Ja, wie geht's für mich weiter? Ursprünglich habe ich mein fernes Studienziel schon gefunden, den Master in "Raumentwicklung und Infrastruktursysteme" an der ETH Zürich. Das bekloppte Bachelor-Master-System hat aber alles für mich schwieriger gemacht. Ursprünglich sollte man (oder auch frau) ja von jedem fachnahen Bachelor zu jedem fachnahen Master springen können. Die Realität - so habe ich letzten Wochen und Monate leidvoll erfahren müssen - sieht aber ganz anders aus: Jede Uni kocht ihr eigenes Süppchen, erkennt diese Bachelorabschlüsse nicht an und überhaupt "wenn Sie bei uns studieren wollen, da sollten Sie schon Ihren Bachelor in Aachen, Darmstadt, Hamburg oder Zürich gemacht haben, sonst nehmen wir wir Sie nicht. Aber feste Zusagen, ob wir Ihre erbrachten Studienleistungen anerkennen, können wir ohnehin nicht machen..."
Tja, und so sieht's aus: Nachdem ich vier Bewerbungen abgeschickt (eine an die HafenCity Universität Hamburg für "Stadtplanung", eine an die TU Dresden für "Verkehrswirtschaft", und zwei Alibi-Bewerbungen als "Notfall-Hängematte" an die TU Berlin und Uni Leipzig) und überall Zusagen habe, bin ich kein Stückchen weiter.
Wenn ich den Master an der ETH Zürich erreichen will, ist die HCU Hamburg Voraussetzung (ohne Garantie natürlich). Ansonsten könnte ich auch fünf Jahre "Verkehrswirtschaft" an der TU Dresden durchstudieren, hätte aber keinen der doch oft begehrten ETH-Abschlüsse. Vom Ort her wäre mir Dresden schon lieber: Hier kenne ich Leute, die Stadt ist ok und weit nach Hause ist's auch nicht. Dagegen wäre mir die "Stadtplanung" ein Tick lieber als die "Verkehrswirtschaft" und ein Wechsel zwischen beiden Studiengängen ist nicht möglich. In Hamburg winkt ein guter Studiengang, ein netter Abschluss und gleichzeitig eine potthässliche Stadt, in der ich nicht einen einzigen kenne. Abgesehen davon dürfte die Wohnungssituation in Dresden weitaus entspannter sein als in der Hansestadt.
Nun was tun? Manche gaben mir den Ratschlag Dresden ("ja, da bist du nicht ganz aus der Welt...") und ich musste entgegenhalten, welcher Massenstudiengang mich dort erwartet. Dagegen ist dieses kleine Studenten-Grüppchen im hohen Norden doch echt familiär. Knapp zwei Wochen habe ich noch Zeit, dann ist Fristende an der TU Dresden, bis dahin tagt noch einmal der Familienrat.
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